Fördergeber: Stuttgarter Klima-Innovationsfonds
Laufzeit: Juli 2022 - August 2026
Projektbeschreibung:
Die Elektrifizierung des urbanen Lieferverkehrs ist kombiniert mit der Nutzung Erneuerbarer Energien für die Senkung von CO2-Emissionen und das Erreichen der Klimaschutzziele unabdingbar. Darauf müssen Stromnetz, Stadtlogistik und Kommunen durch Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen frühzeitig vorbereitet werden. Dies wurde durch das interdisziplinäre Projekt REALIST (Reallabor zur beschleunigten Elektrifizierung des urbanen Logistikverkehrs in Stuttgart) gefördert.
Im Mittelpunkt stand ein über mindestens zwei Jahre laufendes Reallabor, in dem der Praxiseinsatz von drei vollelektrischen E-LKW getestet wurde. Die Partner Emons Transporte GmbH, General Logistics Systems Germany GmbH & Co. OHG (GLS) und Rhenus High Tech GmbH betrieben jeweils einen 7,5-Tonnen-E-LKW aus dem Projekt. Im Rahmen des Feldversuchs wurde zudem die Anpassung ihrer Betriebsabläufe an den Einsatz des E-LKW erprobt. Eine Machbarkeitsanalyse begleitete den Praxiseinsatz mit dem Ziel, ein klima-innovatives Stromversorgungs- und Logistikkonzept für eine elektrische Stadtbelieferung zu schaffen. Durch die Analyse und virtuelle Elektrifizierung bestehender Stückgutverkehrs-Touren in Stuttgart konnten Auswirkungen auf logistische Prozesse und regionale Stromnetze abgeleitet werden. Darüber hinaus konnte das Elektrifizierungspotenzial der Stückgutbelieferung in Stuttgart sowie die Identifikation optimaler Ladeinfrastrukturstandorte für E-LKW untersucht werden. Dies kann als Entscheidungsgrundlage für diverse Akteure, wie die Landeshauptstadt Stuttgart (LHS), dienen. Eine „Go-to-Market“-Strategie stellte sicher, dass die Ergebnisse nachhaltig zur Elektrifizierung des Lieferverkehrs beitragen.
Das Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik (IEH) und das Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT) der Universität Stuttgart übernahmen die Leitung des Projektes und begleiteten das Projekt wissenschaftlich. Die Foschungsschwerpunkte des IEH sind Themen aus dem Bereich der Energieversorgung und das IFT untersuchte die logistischen Aspekte. Projektleiter am IEH war Professor Krzysztof Rudion, am IFT Professor Robert Schulz.
Mit Hilfe realer Daten aus dem Reallabor identifizierten das IEH und IFT gemeinsam mit den Partnern sowohl technische als auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen von Logistik und Energiesystem. Ein zum Projektabschluss veröffentlichter Leitfaden ermöglicht Akteuren aus der Logistik- und Energiebranche, fundiert über Schritte zur Planung und Umsetzung des elektrischen Logistikverkehrs zu entscheiden. Eine Elektrifizierung des urbanen Logistikverkehrs wird hierdurch weit über die Region Stuttgart hinaus beschleunigt werden. REALIST zeichnete sich durch die einzigartige Kopplung von Logistik und Stromnetz aus, was zu wirtschaftlich und technisch realisierbaren Konzepten führte.
Das Vorhaben wurde im Rahmen des Stuttgarter Klima-Innovationsfonds gefördert. Mit dem Klima-Innovationsfonds fördert die Stadt Stuttgart seit 2021 innovative Ideen für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Weitere Infos unter Klima-Innovationsfonds.
Zu dem breiten Projektkonsortium gehörten:
- BPW Bergische Achsen KG
- Daimler Truck AG
- Emons Transporte GmbH
- General Logistics Systems Germany GmbH & Co. OHG GmbH (GLS)
- Herbinger Transporte
- Intralogistik-Netzwerk in Baden-Württemberg e.V. (IN BW)
- Landeshauptstadt Stuttgart
- LSU Schäberle Logistik & Speditions-Union GmbH u. Co. KG
- Netze BW GmbH
- Rhenus High Tech GmbH
- Schwarz Logistik GmbH
- Smart Grid-Plattform Baden-Württemberg e.V.
- Stuttgart Netze GmbH
- Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg e.V. (VSL)
Ansprechpartner
Krzysztof Rudion
Prof. Dr.-Ing.Leiter Fachgebiet Netzintegration Erneuerbarer Energien